Historie

Geschichte unserer Pfarrei St. Hildegard von Bingen

Was gäbe es hier nicht alles zu berichten? Eine komplette Gründungs­geschichte, deren Details sich aus dem Jahr 1906 nicht mehr alle erschließen lassen; zahlreichen Priester und Ordenschristen, Seelsorgerinnen und Seelsorger, die in den zeitweise sechs Gemeinden gewirkt haben, Hunderte von Taufen, Erstkommunionen, Firmungen, Trauungen und Bestattungen; unzählige Gemeindemitglieder, die sich mit ihren Talenten, ihrer Zeit und Kraft und vor allem mit Herzblut für die Gemeinden engagiert haben, deren Leben sich schon längst vollendet hat; wie viele Feiern und Begegnungen, auch so manche herbe Enttäuschung, die auch durch Fusionen entstanden und bis heute nicht gänzlich überwunden sind ...

Eine wirkliche Aufarbeitung der Geschichte unserer Pfarrei, die heute beinahe genau das Territorium umfasst, das es bei der Gründung der Pfarrkuratie im Jahre 1906 hatte, würde viele Bände füllen. Deshalb beschränken wir uns an dieser Stelle auf eine tabellarische Nachzeichnung der Geschichte unserer Pfarrei.

Mehr zu Hildegard von Bingen am Ende der Historie. 

 

 

1. Oktober 1906
Gründung einer neuen Kuratie Friedrichsfelde-Karlshorst (hervorgegangen aus der 1892 errichteten Kuratie St. Mauritius in Lichtenberg-Friedrichsberg) für die katholische Bevölkerung in den Ortschaften Friedrichsfelde, Karlshorst, Biesdorf, Wuhlgarten, Kaulsdorf und Marzahn, so steht es in der Gründungsurkunde, die Fürstbischof Georg Kardinal Kopp von Breslau unterzeichnete. 

Zum ersten Seelsorger dieser neuen selbständigen Kirchengemeinde wurde Kuratus Bernhard Lichtenberg  ernannt.

 

9. Dezember 1906

Weihe der Kirche Zum Guten Hirten in Friedrichsfelde, damals mit der Adresse Kurze Str. 1, heute mit der Hausnummer 4

© Manfred Baier

   

 

 

19. Dezember 1909

Weihe einer Kapelle im Pfarrhaus von Karlshorst, Gundelfinger Str. 36

© Angela M. Arnold | Wikipedia

 

 

 

 

1916 Weihe der Kapelle Herz Jesu im Exerzitien- und Erholungsheim der Jesuiten in Biesdorf-Süd, Fortunaallee 27

1922 Pfarrei Karlshorst wird eigenständig

1925/26 Pfarrei Kaulsdorf mit Mahlsdorf und Hellersdorf wird eigenständig

ⓒ Wikipedia: Berlin-Biesdorf Fortunaallee1 

 

03. August 1930
Weihe der Kirche St. Martin in Kaulsdorf, Nentwigstr. 1

© Privat

   

 

 

 

27. Juni 1937 
Weihe der Kirche St. Marien in Karlshorst, Gundelfinger Str. 37

© Martin Benning

 

 

 

 

1958/1959 Weihe einer Kapelle im Gemeindehaus, Oberfeldstr. 58 und Errichtung der Pfarrei Maria, Königin des Friedens in Biesdorf-Nord

© E. Santiago-Monroy

 

18. Dezember 1983 
Weihe der Kirche Maria, Königin des Friedens in Biesdorf-Nord, Oberfeldstr. 58-60

© E. Santiago-Monroy

   

 

 

 

28. April 1985 
Weihe der neuen Kirche Zum Guten Hirten in Friedrichsfelde, Kurze Str. 4

© Martin Benning

 

 

 

 

31. Oktober 1987 
Weihe der Kirche Von der Verklärung des Herrn in Marzahn, Neufahrwasserweg 8

2003 Zusammenlegung der Gemeinden Friedrichsfelde mit Karlshorst sowie Biesdorf-Nord mit Biesdorf-Süd

© Torsten Drescher

 

2013 Schließung und Verkauf der Kapelle Herz Jesu in Biesdorf, das evangelische Gemeindezentrum Biesdorf-Süd, Köpenicker Str. 165, wird Gottesdienststelle

© E. Santiago-Monroy

   

 

 

 

1. Januar 2022 
Gründung der Katholischen Kirchengemeinde Pfarrei St. Hildegard von Bingen, Marzahn-Hellersdorf mit den Ortschaften Friedrichsfelde (Sitz des Zentralbüros), Karlshorst, Kaulsdorf, Mahlsdorf, Hellersdorf, Biesdorf und Marzahn

Beachten Sie auch die von Dr. Rudolf Brenneis erstellte Tabelle, die Sie hier als PDF herunterladen können.

 

 

 

 

24. April 2022 
Feierlicher Gründungsgottesdienst mit Einführung des ersten Pfarrers Martin Benning und des Seelsorgeteams durch Erzbischof Dr. Heiner Koch in der Kirche Von der Verklärung des Herrn in Marzahn

© Frank Vetter

Weitere Informationen zu den Kirchen und Gemeinden finden Sie auch auf der Webseite des Erzbistums Berlin. 

ⓒWandgemälde "Hildegardis Prophetissa" ⓒ Abtei St. Hildegard, Rüdesheim Eibingen ⓒWandgemälde "Hildegardis Prophetissa" Abtei St. Hildegard, Rüdesheim Eibingen

      

 

 

Gotteslob 1248 Patronatslied nach Melodie „Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht“

Die Heilige unserer Pfarrgemeinde

Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen (1098-1197) wollte "Himmlisches mit Irdischem verbinden". Die Benediktinerin verstand sich als Brückenbauerin zwischen Himmel und Erde, als Vermittlerin zwischen Gott und den Menschen. Damit passt sie gut zu unserer Pfarrei.    

Text von Hildegard Stumm

Villenviertel trifft auf Plattenbau

So heterogen wie die Stadtbezirke und Kieze auf dem Gebiet unserer Pfarrei St. Hildegard von Bingen sind, so sind es auch ihre Bewohnerinnen und Bewohner. Diese Unterschiedlichkeiten gilt es zu verbinden, die jeweiligen Stärken und Charismen zu nutzen und Gottes Gegenwart zu bezeugen.

Heilerin

Die „Gärten der Welt“ in Marzahn zeigen Heilpflanzen und Kräuter. Das verbindet uns mit Hildegard, die sich um die physische, psychische und spirituelle Heilung bemühte. Ihr ging es um weit mehr als um Dinkel und Kräuter.

Lehrerin

Auf dem Territorium der Pfarrei haben wir das Priesterseminar Redemptoris Mater sowie vier Hochschulen. Hildegard war eine Seherin; sie wurde 2012 zur Kirchenlehrerin ernannt. Als Patronin der Naturwissenschaftler und Sprachforscher könnte sie Studierenden, wie Lehrenden interessante Impulse geben.

Visionärin

Als Mystikerin dachte Hildegard symbolisch. Sie versuchte, hinter allen äußeren Erscheinungen eine analoge geistige und geistliche Bedeutung zu finden, um so Gott, Welt und Mensch als Ganzes zu deuten. Ihre Visionen sind von inhaltlicher Fülle und Vielseitigkeit, verknüpfen theologische, kosmologische, naturkundliche sowie spirituelle Erkenntnisse.

Nonne

Die Ordensfrau begeisterte besonders junge Menschen. Sie wuchs über den Standesdünkel ihrer Zeit hinaus. So gründete sie ein Kloster, in dem auch nichtadelige Frauen aufgenommen wurden. Mit dem Don-Bosco-Zentrum in Marzahn wurde ein Lebensort für Jugendliche geschaffen, die aus prekären Familien stammen.

Komponistin

Auch die Ökumenische Kinder- und Jugendkantorei in Marzahn passt gut zu Hildegard, die eine begnadete Komponistin war. Für sie war die Musik göttlichen Ursprungs: Welt und Mensch bildeten ein wohlklingendes Beziehungsgefüge

Systemikerin

In ihrer gewaltigen Kosmosschrift fließt alles zusammen, was ihr wichtig war. Der Mensch erscheint als Mikrokosmos, der in all seinen körperlichen, geistigen und seelischen Kräften die Gesetzmäßigkeiten des Makrokosmos widerspiegelt. Wir möchten mit unserer Pfarrei Licht sein im System Marzahn, Hellersdorf, Kaulsdorf, Biesdorf, Friedrichsfelde/Karlshorst, uns nicht mit uns selbst beschäftigen, sondern als Mikrokosmos im Makrokosmos wirken.

Alle, die etwas anfangen können mit der Vorstellung von Gesundsein, von Heil und Heilung stöbern in Hildegards Schriften und lernen sie kennen als eine Frau, die ganz mit Gott verbunden war: mit den Füßen auf der Erde und dem Herzen im Himmel.

Ausführliche Lebensbeschreibung  >>hier<<